Volltext: "Als Nürnberg freie Reichsstadt war"

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Aber der Mond schien seine Worte vernommen zu 
haben — und, trauernd mit dem Freund — er trat 
nicht mehr hervor. 
Was das Leben dem großen Meister in jener 
Stunde raubte, hat ihm die Kunst reichlichst wieder— 
gegeben! — Ob Albrecht Dürer aber glücklich im 
Ersatze geworden? — — — — — 
Es war ein heißer Sommertag, der Montag vor 
Margaretha, der 7. Julius des Jahres 1494. Die 
Glocken bei St. Sebald läuteten gar lieblich zusammen, 
denn sie verkündeten ja, daß wieder Zwei im Begriffe, 
zu schließen des Lebens „schönste Feier“, so oft in 
kurzem Wahne begangen, so oft in „langer Reue“ 
gesühnt! Viel des Volkes drängte sich durch die 
Brautthüre, wie durch die anderen Pforten der Kirche 
und insbesondere durch die gegen den Milchmarkt, 
die Ircherstraße und die Zisselgasse gelegene ein; in 
dem Dom am Hochaltare stand ein Brautpaar, das 
sich soeben für dies kurze Sein bis zum Tode ver— 
binden wollte. 
Es war der Sohn des Goldschmieds Dürer, 
der ernste und schöne Albrecht, der als Maler sich 
in der Reichsstadt Nürnberg niedergelassen, und die 
Tochter des kunst- und goldreichen Harfenspielers und 
Mechanikus Hans Frei, Agnese, ein, wenn auch nicht 
unschönes, doch kaltes und strenges Frauenbild. 
Des Brautpaares Antlitz war bleich und blieb es die 
ganze heilige Handlung über; nur als bei Wechselung 
der Ringe der Blick Albrecht's, wie vom Magnete an— 
gezogen, auf die der Braut zunächst stehende Jungfrau
	        
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