da jedoch eine weitere Teilung möglich ist, gilt es zu überlegen, ob nicht
in genannter Anziehung die Ursache der elektrolytischen Dissociation zu
suchen ist, nachdem der Versuch eletrolytische Vorgänge für die Spaltung
der Teilchen verantwortlich zu machen nur daher zu kommen scheint, dafs
gerade die Elektricität die wichtigsten Stützpunkte für die Dissociations-
theorie geliefert hat.
Als einfachstes Beispiel zur Verfolgung dieser Spaltungsvorgänge,
täfst sich auch hier wieder ein Alkalihalogensalz verwenden.
Angenommen eine Molekel Chlorkalium sei in viel Wasser gelöst
und übe sonach, innerhalb ihres Wirkungskreises, nur eine Anziehung auf
die Wasserteilchen und umgekehrt diese eine solche auf das Salzteilchen
aus. Da jedoch die Chlorkaliummolekel zweiteilig und an der Verbindungs-
stelle der Jonen, wie alle Salze, am leichtesten zu trennen ist, so wird die
Anziehung gegen Wasser und umgekehrt, für die Spaltung der Jonen
ausschliefslich in Betracht zu ziehen sein. Alle überhaupt möglichen
Anziehungen müssen sich aber in 6 aufeinander senkrecht stehende
Mittelkräfte anordnen lassen, und sobald zwei dieser Richtungen in die
Verbindungslinie der beiden Jonen fallen, ist damit die Richtung der
4 anderen Mittelkräfte gegeben. Für die Dissociation sind aber nur die
in der Verbindungslinie der Jonen wirkenden Anziehungen wichtig, die
übrigen vier heben sich, je zwei gegen zwei, auf. Diese Kräfte sollen nun
das Chlorkalium zerreifsen, sollen es jonisieren, dissocieren,
In jener einen Hauptrichtung machen sich aber, wie unten schematisch
dargestellt, drei weitere Wirkungen geltend, nämlich :
Hz O Hz O H: O K Cl Hz: O Hz O Hz O
oO oO Oo D J oO oO Oo
1) Eine zwischen den beiden Jonen Kalium und Chlor bestehende und
sich der Trennung wiedersetzende Anziehung.
2) Die Anziehungsmomente, die das Kaliumjon von den linksseitigen
Wasserteilchen, sowie das Chlorjon von den rechtsstehenden Wasser-
molekeln erfährt. Ihre Wirkung ist eine trennende,
Kräfte, welche eine gegenseitige Anziehung der linksstehenden Wasser-
teilchen und des Clorjon’s, wie auch der rechts befindlichen Wasser-
teilchen und des Kaliumjon’s bewirken und damit einen Zusammenhalt
der Molekel hervorzurufen vermögen,
Die algebraische Summe dieser Einwirkungen ist alsdann bestimmend
dafür, ob eine Trennung der Jonen eintritt oder nicht.
Nun handelt es sich weiter darum, ob überhaupt die Möglichkeit
vorhanden ist, dafs ein Überwiegen der zerreifsenden Kräfte eintreten kann.
Für die Beantwortung dieser Frage sind zunächst: nur die unter
2) und 3) angeführten Kräfte entscheidend und da es sich in beiden Fällen
um dieselben Jonen und Wasserteilchen handelt, ist lediglich der gegen-
seitige Abstand als ausschlaggebend in Betracht zu‘ ziehen. Dieser aber
wird für die zusammenhaltenden Faktoren unter 3) immer um den Durch-
3)